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Rassenbegriff und Rassismus

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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Der böse Wolf am Di 6. Feb 2018, 06:35

Oblomov hat geschrieben:Im Eintrag "Rassismus" der Wikipedia, um den sicherlich intensiv hinter den Kulissen gekämpft wurde, steht:
"Dabei betrachten Rassisten alle Menschen, die ihren eigenen Merkmalen möglichst ähnlich sind, grundsätzlich als höherwertig, während alle anderen (oftmals abgestuft) als geringerwertig diskriminiert werden."

Und das ist sicher auch zutreffend, denn wie wir ja nun alle wissen, wird die Verwendung des Begriffes Rasse beim Menschen von Rassisten ja überhaupt nur zu diesem Zweck aufrecht erhalten.
Umso wichtiger fände ich es, in der öffentlichen Diskussion sauber zu trennen, welche Motive der Migrationskritik tatsächlich rassistisch sind und welche nicht. Denn mir zum Beispiel liegt es völlig fern, Kulturen, die mir kompatibel zu unseren europäischen erscheinen, grundsätzlich als höherwertig zu proklamieren. Ich weise lediglich auf Unterschiede hin und bezweifle, dass man sie erfolgreich mischen kann.

Oblomov hat geschrieben:Das heißt verkürzt: Mir/uns ähnlich = gut versus Mir/uns unähnlich = nicht so gut/wertvoll.

Ja, so geht Rassismus bzw. Chauvinismus, falls man den Rassenbegriff bereits verworfen hat.

Oblomov hat geschrieben:Diese Differenzierung praktiziert auf der intuitiven Ebene jeder Mensch, weshalb wir "tief drin" alle Rassisten sind.

Nein, dem widerspreche ich!
Es gibt sicher Kulturen, denen ich eine grundsätzliche Minderwertigkeit attestieren würde, wenn ein tragendes Element zum Beispiel die prinzipielle Unterdrückung und Entrechtung bestimmter Bevölkerungsgruppen ist.
Wenn aber Menschen, die in einem solchen Kulturkreis aufgewachsen sind, das ebenso widerwärtig finden wie ich, dann heiße ich sie in meiner Nachbarschaft vorbehaltlos willkommen.

Oblomov hat geschrieben:Wobei ich nicht verstehe, was daran prinzipiell falsch sein soll, die eigene Gruppe zu bevorzugen. Natürlich ist es auf jeden Fall...

Das ist nicht eindeutig geklärt. In der Spieltheorie gibt es durchaus Modelle, die den Vorteil der Kooperation belegen. Insofern unterscheiden Menschen und einige höher entwickelte Viecher sich von einfacheren lebenden Strukturen, weil unser Gehirn kooperatives Verhalten überhaupt erst möglich macht.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Heraklit am Mo 12. Feb 2018, 19:05

Die Diskussion, die sich auf die kulturellen Aspekte von Gruppen bezieht, wurde abgetrennt. Sie befindet sich jetzt hier unter dem Namen >Kultur und Gruppenzugehörigkeit< im Unterforum Freidenker.
Wenn die Welt erst ehrlich genug sein wird, um Kinder vor dem 15. Jahr keinen Religionsunterricht zu erteilen, dann wird von ihr was zu hoffen sein.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Nergal am Mo 19. Feb 2018, 20:16

doch kann man gelten lassen. Zum einen hat es was mit der Erziehung zu tun. Z.B. gilt in S-Korea die Ansicht: Gut in Mathe ist, wer viel übt. Im Westlichen Kulturkreis: Gut in Mathe ist der eine Begabung dafür hat.
Im asiatischen Kulturkreis wird schon seit längerer Zeit versucht zum westlichen Bildungsstandard aufzuschließen.

Das gilt ebenso für Afrika: so kann z.B. in Kenia, wo die Industrialisierung ansteigt und sich eine moderne Gesellschaft herausbildet kann ein Anstieg des Durchschnitts-IQ um ca. einen Punkt pro Jahr beobachtet werden.


Nein, so würde man die mathematischen Leistungen zB der Chinesen und deren jahrtausendealten Schwerpunkt auf Bildung als Plagiat ansehen. Auch habe ich immer nur gehört dass Übung den Meister macht, und nicht das Talent.

Persönlich bin ich auch nicht glücklich darüber aber es erscheint nun doch so dass auch in diesem Fall wirklich nature über nurture siegt und der IQ durch selektion und mutation bestimmt wird, und manchmal ist er für das Überleben nicht so wichtig wie andere Dinge.
Da spielen erst mal die 1+ Punkte, bei einem IQ von 72, in Kenia keine große Rolle, denn man hat hier jede Menge Vergleichsgrößen. In den USA haben Afroamerikaner im Durchschnitt 85 IQ-Punkte, und das ist das was man durch das Kreuzen von 100(Angelsachsen etc. in den USA) und 70 (Schwarzafrika) erhält, die Kultur ist auch nicht jene aus Afrika.
Dass all das durch Hunger erzeugt worden sein soll, oder durch Kriege, ist nicht glaubhaft denn dies ist nichts exklusiv afrikanisches, und Afrika leidet nicht in seiner Gesamtheit an Hunger und Krieg, dazu noch 2 ganze Standardabweichungen weg vom Norden des Planeten.
Absolut politisch unkorrekt, aber so weit erkennbar der Stand der Dinge.
Sam Harris hat es auch nicht gefallen, und er hat Charles Murray gefragt ob er seine Forschung aus morbider Neugier betreiben hat(was eigentlich viele Forschungsthemen mit einschließen würde).

Die beste Lösung wäre wohl in diesem Bereich zu Forschen und dann Eingriffe ins Erbgut vorzunehmen um Allgemein bessere Zustände herzustellen, übrigens auch meine Meinung zu dem Was man allgemein mit dem Planeten machen sollte.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Nasobēm am Mo 19. Feb 2018, 23:06

Nergal hat geschrieben:...wirklich nature über nurture siegt

was ein Schwachsinn.
Als erstes gibt es 'den IQ' nun mal nicht, beschäftige dich doch erstmal mit dem Konzept. Das, was bei den sog. IQ-Tests an Eigenschaften bestimmt wird, ist von so vielen Faktoren abhängig, dass jeder der darüber irgendwelche 'harten' und allgemeinen Aussagen macht sich von vornherein diskreditiert.
Nergal hat geschrieben:...und der IQ durch selektion und mutation bestimmt wird, und manchmal ist er für das Überleben nicht so wichtig wie andere Dinge.

hier schwätzt du zu was von dem du offensichtlich keine Ahnung hast.
Nergal hat geschrieben:... In den USA haben Afroamerikaner im Durchschnitt 85 IQ-Punkte, ...

das passt ja in dein Weltbild.
Nergal hat geschrieben:..und das ist das was man durch das Kreuzen von 100(Angelsachsen etc. in den USA) und 70 (Schwarzafrika) erhält, die Kultur ist auch nicht jene aus Afrika.

Solangsam frage ich mich doch nach deiner Intelligenz.... :?

Gene sind 'nur' eine Basis, eine Art Grundkapital. Wer damit nicht arbeitet, positive Anlagen verstärkt, Schwächen bemerkt und versucht zu verbessern sind die besten Anlagen vollkommen für die Katz. Chancen sind aber nicht gleich verteilt. Lebt ein Kind mit viel Grundkapital in einer Umgebung die es fördert wird es aus seiner Basis mehr machen können. Bildung verstärken quasi die Anlagen, bringen sie zum erblühen. Bei Kindern mit gleichen Anlagen aus bildungsfernen Familien geschieht das Gegenteil. Daher geht die Schere im Erwachsenenalter noch auseinander und der genetische Einfluss wird größer. So kommt man zu der Aussage, dass bei älteren Menschen der genetische Einfluss bei ca. 70% liegt.

Zu der imo unsäglich dummen Studie von Herrnstein und Murray zu den genetischen IQ-Unterschieden zwischen den "Rassen" haben Elsbeth Stern und Ilonca Hardyfolgendes geschrieben:

"Herrnstein und Murray (1994) verfassten Buchs ... vorwiegend durch Re-Analyse vorliegender Datensätze nachzuweisen versuchten, dass nicht die ungünstigen Lebensverhältnisse der schwarzen US-Bevölkerung für deren schlechtes Abschneiden bei IQ-Test verantwortlich seien, sondern der genetisch determinierte niedrige IQ ihre schlechte ökonomische Situation verursache. Auf einen ersten unkritischen Blick erscheint manche statistische Analyse überzeugend, aber bei genauem Hinsehen brechen viele Argumente in sich zusammen. In einem von Fraser (1995) herausgegebenen Buch nehmen zahlreiche Experten kritisch Stellung. Nisbett (1995) kritisiert insbesondere, dass bei Herrnstein und Murray die vielen Studien unberücksichtigt bleiben, die zeigen, dass Amerikaner afrikanischer Abstammung, die zu einer guten Schule überwechselten oder an besonderen Trainingsprogrammen teilnahmen, beachtliche Zugewinne im IQ verzeichnen konnten."

Ja, es gibt Unterschiede bei den kognitiven Fähigkeiten von Menschen. Aber nicht weil sie schwarze, rote, braune, gelbe oder blaue Haut haben, sondern weil sie aus unterschiedlichen Schichten kommen, mit unterschiedlichen Lebensbedingungen, Chancen und noch vor der Geburt wirkenden unterschiedlichen Umwelten.

Deine dringende Suche nach 'rassischen' Unterschieden ist ziemlich erbärmlich.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Bergamotte am Mi 21. Feb 2018, 11:21

idefix2 hat geschrieben:
Nergal hat geschrieben: Selbst wenn ich eindeutig feststellen sollte dass Menschen mit schwarzer Hautfarbe im Durchschnitt weniger intelligent sind, so ist dies kein Rassismus

Es ist Rassismus, am laufenden Band trotz gegenteiliger wissenschaftlicher Evidenz derartige Unterstellungen in den Raum zu stellen, anzudeuten, zu ventilieren.
Es ist völlig uninteressant, darüber zu spekuieren, was wäre, wenn du eindeutig feststellen würdest, dass die Erde flach ist. DIE ERDE IST NICHT FLACH, WARUM KAPIERST DU DAS NICHT ENDLICH?
Naja, es gibt gewisse Themen, die sich
  1. durch eine sehr hohe Komplexität der Fragestellung
  2. durch politische Aufgeladenheit
auszeichnen, da bezweifle ich, dass objektive Wissenschaft funktioniert – und dieses gehört dazu. Der Unsinn der bzgl. Rassen früher als Wissenschaft durchging dürfte ganze Bibliotheken füllen – Selbstkorrektur der Wissenschaft: Fehlanzeige. Der “Schwedischen Gesellschaft für Rassenhygiene” gehörten damals viele hochangesehene Wissenschaftler an, z.B. Svante Arrhenius von “Global Warming”. Irgendwann kam dann aus wohlbekannten Gründen der politische Wandel und damit änderte sich dann auch die Wissenschaft. Nicht umgekehrt!
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Oblomov am Mi 21. Feb 2018, 12:36

Bergamotte hat geschrieben: Der “Schwedischen Gesellschaft für Rassenhygiene” gehörten damals viele hochangesehene Wissenschaftler an, z.B. Svante Arrhenius von “Global Warming”. Irgendwann kam dann aus wohlbekannten Gründen der politische Wandel und damit änderte sich dann auch die Wissenschaft. Nicht umgekehrt!


Das ist ein wichtiger Punkt, den Bergamotte da anführt!
Insbesondere in den "Humanwissenschaften" ist der politische Hintergrund und Einfluss oft wichtiger als die "reine Wissenschaft". Oft können sich wissenschaftliche Erkenntnisse auch erst durchsetzen, also aus dem engen Zirkel von Experten herauskommen, wenn die Gesellschaft "reif" dafür ist.

Rotwangige Aufklärer à la Steven Pinker, an dem man derzeit auch nirgends vorbeikommt (neues Buch!), würden natürlich sagen: Es war die Wissenschaft mit ihren Erkenntnissen, die eine Gesellschaft erst dazu "reif" machte, aber das ist mE eine Selbsttäuschung.
Nichts ergibt Sinn im Leben - außer im Licht der Evolution.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Nasobēm am Mi 21. Feb 2018, 13:25

Bergamotte hat geschrieben:... ...Der Unsinn der bzgl. Rassen früher als Wissenschaft durchging dürfte ganze Bibliotheken füllen – Selbstkorrektur der Wissenschaft: Fehlanzeige. ...

Ganz im Gegenteil.
Erst mit der Entstehung des Fachs GENETIK war es möglich nicht nur nach phänotypischen Merkmalen zu schauen. Erst seit 1953 ist die Struktur der DNA bekannte und da war noch völlig unklar, was da genau codiert wurde. Der erste Sequenzierautomat kam 1986 auf den Markt. Und ich weiß noch was für ein Aufstand es war das Ding zu bedienen und teuer wars auch noch.
Inzwischen stehen in China und Indien tausende von den Dingern in Hallen - solche Entwicklungen führen zu anderem Denken in der Wissenschaft und nicht irgendein politisches Umdenken.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Bergamotte am Mi 21. Feb 2018, 14:31

Tja, was ist das dann nur für ein Zufall gewesen, dass “wissenschaftlicher Rassismus” nach dem zweiten Weltkrieg dramatisch an Zustimmung verlor. Wirklich, Zufall. Echt jetzt! :mrgreen: U.a. dass die UNESCO bereits 1950 (nicht 1953, nicht 1986, nicht 2003 [vollständige Entschlüsselung des menschlichen Genoms]) ihre Erklärung zur Bekämpfung von Rassismus herausgab:
UNESCO: “The Race Question” hat geschrieben:According to present knowledge there is no proof that the groups of mankind differ in their innate mental characteristics, whether in respect of intelligence or temperament. The scientific evidence indicates that the range of mental capacities in all ethnic groups is much the same.
Nasobēm hat geschrieben:Erst mit der Entstehung des Fachs GENETIK war es möglich nicht nur nach phänotypischen Merkmalen zu schauen. Erst seit 1953 ist die Struktur der DNA bekannte und da war noch völlig unklar, was da genau codiert wurde. Der erste Sequenzierautomat kam 1986 auf den Markt. Und ich weiß noch was für ein Aufstand es war das Ding zu bedienen und teuer wars auch noch.
Inzwischen stehen in China und Indien tausende von den Dingern in Hallen - solche Entwicklungen führen zu anderem Denken in der Wissenschaft und nicht irgendein politisches Umdenken.
Nur hat James Watson die Memo offensichtlich nicht gekriegt, und zwar immer noch nicht (nach vielen Jahrzehnten) – seltsam, wo er doch höchstpersönlich bei dieser Entdeckung beteiligt war, nicht? Es ist doch ziemlich plausibel, dass unter anderen politischen Umständen seine Meinungen auf “etwas” mehr Akzeptanz gefallen wären.
James Watson hat geschrieben:I am inherently gloomy about the prospect of Africa. All our social policies are based on the fact that their intelligence is the same as ours - whereas all the testing says not really.
James Watson hat geschrieben:There is no firm reason to anticipate that the intellectual capacities of peoples geographically separated in their evolution should prove to have evolved identically. Our wanting to reserve equal powers of reason as some universal heritage of humanity will not be enough to make it so.


Du kannst gerne einen kurzen historischen Abriss liefern, der zeigt, dass es die Selbstkorrektur der Wissenschaft war, die den “wissenschaftlichen Rassismus” demontierte. Aber bitte einen, der keine waffenfähige Naivität verlangt, um ihn für glaubwürdig zu halten. Einfach nur zu sagen “Im Gegenteil” und ein paar Trivia über die Genetik zu erzählen kann jedenfalls schwerlich als Argumentation durchgehen.

Historisch gesehen folgte auf den zweiten Weltkrieg im Westen ein politisches und dann ein wissenschaftliches Umdenken. In der Sowjetunion war “wissenschaftlicher Rassismus” dagegen nie ein Thema. So ein Zufall!
Josef Stalin (1934) hat geschrieben:… dass eine “höhere Rasse”, sagen wir, die “germanische Rasse”, einen Krieg gegen eine “niedere Rasse”, vor allem gegen die Slawen organisieren müsse, dass nur ein solcher Krieg einen Ausweg aus der Lage bringen könne, denn die “höhere Rasse” sei berufen, die “niedere” zu befruchten und über sie zu herrschen. Nehmen wir an, dass man diese seltsame Theorie, die von der Wissenschaft ebensoweit entfernt ist wie der Himmel von der Erde,
Und wie willst du den wissenschaftlichen Durchblick von Stalin erklären? War der einfach von besseren Wissenschaftlern umgeben? Ja, das wäre halt waffenfähige Naivität…
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Nasobēm am Mi 21. Feb 2018, 20:06

Bergamotte hat geschrieben:... nach dem zweiten Weltkrieg dramatisch an Zustimmung verlor. Wirklich, ... :mrgreen:

Dein grünes grinsen ist hier fehl am Platz. Nicht lustig, nur dumm.
Du sagst es selbst: NACH dem zweiten Weltkrieg. Die Gräueltaten der Nazis, die viele erahnt, aber in dem Ausmass sicher nicht gewusst haben war klar, dass Rassismus nicht der Weg sein kann. Das hatte nichts damit zu tun, ob es beim Menschen 'Rassen' gab oder nicht. Und die Diskussion zu menschlichen Rassen ist sicher älter als das Aufkommen der Genetik, denn schon ohne die gab es viele Stimmen die sich dagegen aussprachen.
z.B. "Als Reaktion auf die rassistische Politik der Nationalsozialisten schrieben Julian Huxley und Alfred C. Haddon ihr 1935 erschienenes Buch „We Europeans: A Survey of Racial Problems“, in dem sie darlegten, dass es für die Annahme verschiedener, voneinander abgegrenzter Menschenrassen innerhalb Europas keine wissenschaftliche Grundlage gebe." (wiki)
Die Grundlage gab es damals nicht und heute gibt es die noch viel weniger.

Bergamotte hat geschrieben: Nur hat James Watson die Memo offensichtlich nicht gekriegt,

Ja, klar, Watson. Hat seiner Kollegin die Idee geklaut und brauchte was um im Gespräch zu bleiben. :? Gutes Beispiel, dass Nobelpreisträger oft abheben und Schwachsinn verzapfen. Wobei ich ihm zugute halte, dass er es wahrscheinlich nicht rassistisch gemeint hat? Obwohl... er hat ja auch gemeint Schwarze hätten eine höhere Libido als Weiße und Frauen sollten abtreiben dürfen, falls beim Kind eine genetische Anlage für Homosexualität gefunden würde. :?
Was den IQ anbetrifft - beim Vergleich von Ethnien decken alle die gesamte Bandbreite von "normaler Intelligenz" ab (IQ 70-130). Damit ist es schon mal unmöglich, die Intelligenz eines Menschen an seiner Ethniezugehörigkeit abzulesen. Woher die gemessenen Unterschiede zwischen Ethnien wirklich kommen ist vollkommen unklar. Sicher ist, dass die genetische Seite der Intelligenz auf vielen Genen beruht.
Bergamotte hat geschrieben:Es ist doch ziemlich plausibel, dass unter anderen politischen Umständen seine Meinungen auf “etwas” mehr Akzeptanz gefallen wären.

ja, klar bei einem rassistischen Regime sicher :?
Übrigens hat Watson sich später für seine Äußerungen entschuldigt und zugegeben, dass sie keine wissenschaftliche Basis haben.

Bergamotte hat geschrieben:Du kannst gerne einen kurzen historischen Abriss liefern, ...

:lol: wer lesen kann, der lese. Falls du dazu wirklich was wissen willst solltest du vielleicht nicht mehr die 10 Jahre alte Äußerungen von einem Nobelpreisträger zu Rate ziehen (oder womöglich einen Sarrazin) sondern dich differenzierteren Ausführungen zuwenden. Googeln scheinst du ja zu können.

Niemand hier bestreitet Unterschiede bei den kognitiven Fähigkeiten von Menschen - genau dazu hat Binet seinen Intelligenztest entwickelt - um Kinder einschätzen zu können und ihnen die bestmögliche Förderung zukommen zu lassen. Das wird leider immer wieder vergessen. Ebenso, dass der IQ keine feste Größe ist. Noch vor kurzem lagen Frauen im Schnitt rund fünf Punkte unter den Männer. inzwischen sind dabei, die Männer zu überholen - ups...

Stephen J. Gould, hat in seinem Buch "Der falsch vermessene Mensch" kulturübergreifende IQ-Test als "Versuch des weißen Mannes, seine Überlegenheit unter Beweis zu stellen." Keine Ahnung ob das wirklich hinter den Vergleichen steht. Ich denke es geht nicht um den 'weißen Mann', sondern um die Überlegenheit der wohlhabenden über die verarmten Länder. Es ist kaum zu berechnen, welchen Einfluss frühkindliche Ernährung, schon während der Schwangerschaft und Bildung - schon vor einem Schulbesuch auf den IQ haben.

In Gesellschaften wie den USA lebt die überwiegende Mehrheit der Afroamerikaner immer noch unter wesentlich schlechteren Bedingungen als der weiße Anteil. Wie Diskriminierung wirkt kann man bei dem Kurz-Experiment "Blue eyes" sehen - hab ich weiter unten verlinkt.

Also ganz klar: Auch der IQ eignet sich nicht für deine, Oblomovs und Nergals AFD-Rassismus. Dafür die gibt es nun mal keine biologische Basis.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Nergal am Do 22. Feb 2018, 01:15

Schon wieder das Wort Rassismus, aber da wirst Du wohl nie rauswachsen, da können wir froh sein wenn wir nicht als Nazis beschimpft werden :-)
Wenn ein Afrikaner etwas schafft dann bin ich nicht dafür es ihm zu verbieten, ich bin aber zB gegen affirmative action in den USA, und ähnliche Programme in Europa die dann wirklich rassistisch sind.

ja, klar bei einem rassistischen Regime sicher :?
Übrigens hat Watson sich später für seine Äußerungen entschuldigt und zugegeben, dass sie keine wissenschaftliche Basis haben.


Hat er getan weil man ihn derart fertig gemacht hat, dass er sogar seinen Nobelpreis verkaufen musste.
Also die schönste Form von Diskurs eben, wenn etwas nicht sein darf dann ist es eben nicht so und die Gegner werden ruiniert.
Den Rest der Diskussion können wir uns sparen wenn nicht was besseres kommt als sonst, denn sowohl die Verteidiger dieser Ideen als auch die afrikanische Realität sind wenig erbaulich.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Nasobēm am Do 22. Feb 2018, 09:06

Nergal hat geschrieben:Hat er getan weil man ihn derart fertig gemacht hat, dass er sogar seinen Nobelpreis verkaufen musste.


1928 geboren
1961 bis 1976 Professor an der Harvard University
1962 Nobelpreis für Medizin.
Ab 1968 Director des Cold Spring Harbor Laboratory (CSHL)
2007 Rücktritt beim CSHL (letzte Position: Kanzler)
2014 Versteigerung Nobelpreismedaille für 4,8 Mill. Nach eigenen Angaben dazu „gezwungen“ weil er wegen seiner Behandlung aufgrund seiner Äußerungen in finanzielle Probleme gekommen sei.
Da war er also 86. Nach einem Berufsleben mit ziemlich gut dotierten Jobs kommt er in finanzielle Probleme weil er nicht mehr für Knete seine undifferenzierten Quark verbreiten kann? Echt? Das glaubst du? :lol: :lol: :lol:
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon manniro am Do 22. Feb 2018, 11:34

Also, um es kurz zu machen:

Unbestreitbar überprüft jede ernstzunehmende Wissenschaft ihre temporären Annahmen durch seriöse Untersuchungen und korrigiert sie gegebenenfalls. Das ist sogar ihr Hauptanliegen.

Genauso unbestreitbar ist jedoch der Einfluß politischer und insbesondere wirtschaftlicher Interessen auf die jeweiligen Forschungsfelder, gerade heute gibt es dafür unzählige Beispiele. Geforscht wird da, wo irgendeine Interessengruppe Mittel zur Verfügung stellt. Die Vorstellung des einzelnen Forschers, der aus purem Wissensdurst seine Forschungen selber finanziert und in Ausnahmefällen zu bahnbrechenden Erkenntnissen gelangt, ist ein Relikt der Vergangenheit und technisch aufgrund der Komplexität der aktuellen Fragestellungen auch gar nicht mehr möglich.

In der Pharmakologie werden beispielsweise sogenannte "Orphan drugs" nur dann bis zur Marktreife entwickelt, wenn deren geringe ökonomische Amortisierung den Herstellern durch andere Vergünstigungen schmackhaft gemacht wird.

Was nichts anderes bedeutet, als daß Forschung entweder gar nicht stattfindet oder eingestellt wird, wenn sie nicht irgendwessen Interessen dient. In unserer durchökonomisierten Gesellschaft also in erster Linie denen der Wirtschaft. Mit weitem Abstand folgen dann ideologische, im Rahmen der sogenannten "politischen Willensbildung", meist in Form von "Studien", deren Resultate die ideologisch gewünschten Einstellungen und Verhaltensweisen als einzig korrekte "nahelegen". Aber auch diese dienen in letzter Konsequenz wieder wirtschaftlichen Interessen.

Bei Letzterem handelt es sich um den einzigen theoretischen Berührungspunkt von "Wissenschaft" und "Rassimus". Denn daß die "Menschenrassen-Lehre" nichts in der Biologie zu suchen hat, wurde nach meinem Eindruck nun deutlich mehr als genug dargelegt.

manniro
Am Anfang war das Wort - am Ende die Phrase.(Lec).
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