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Rassenbegriff und Rassismus

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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon manniro am So 25. Feb 2018, 14:26

Bergamotte hat geschrieben:So geringes Selbstvertrauen als Biologe, dass du manniro zitieren musst? ;-)

Der Punkt ist, dass du es schlichtweg nicht hinbekommst aus “Menschenrassen haben in der Biologie nichts zu suchen” irgendein echtes Argument zu basteln.


Oh Mann, jetzt muß ich sogar Dich zitieren! 8)

Das bereits seit Längerem "gebastelte" Argument ist, daß "Menschenrassen" im biologischen Begriffinventar nicht vorkommen. Darüberhinaus stehen Dir alle Gestaltungsmöglichkeiten offen. Zufrieden?

... als wenn eine sehr heterogene Spezies existiert, wo solche “Gruppenstereotypen” nur Tatsachen (und zwar mit genetischer Basis) wären – auch wenn die Einteilung in diese Untergruppen willkürlich wäre und sie in der Biologie nicht vorkommen.


Faszinierend. Aber woran macht sich denn nun bei dieser "...einen sehr heterogenen Spezies" ein "Rassenunterschied" fest? Wenn genetische Diversität das Kriterium dafür ist, komme ich aktuell auf knapp 8 Milliarden Rassen...

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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Bergamotte am So 25. Feb 2018, 21:48

manniro hat geschrieben:Faszinierend. Aber woran macht sich denn nun bei dieser "...einen sehr heterogenen Spezies" ein "Rassenunterschied" fest? Wenn genetische Diversität das Kriterium dafür ist, komme ich aktuell auf knapp 8 Milliarden Rassen...
Siehe hier. Natürlich macht das nur Sinn, wenn die Subpopulationen jeweils irgendwelche genetischen Gemeinsamkeiten haben bzgl. denen sie sich wenigstens statistisch voneinander unterscheiden.

Dass die Unterteilung im Endeffekt willkürlich und nicht “natürlich” ist, d.h. ein Kontinuum unterteilt wird und nicht irgendwelche diskreten Gruppen unabhängig von dieser Unterteilung existieren (wobei schon interessant ist, dass die historische Vorstellung von den Menschenrassen “Europäer, Afrikaner, Asiaten, ‘Amerindians’” mit geographischen Barrieren zusammenfällt), ist jetzt genau wie von Belang?

Bei der Unterteilung in verschiedene Kulturen ist es ja genauso (wie sehr “kulturell italienisch” ist z.B. Südtirol?) aber niemand kommt auf die Idee deswegen die Verwendung des Begriffs “Kulturen” einer Fundamentalkritik zu unterziehen. Auch unterscheiden sich Menschen innerhalb einer Kultur sehr stark, mehr als sich die Kulturen untereinander unterscheiden. Die kulturellen Gemeinsamkeiten zwischen Rocco Morabito (Mafia-Boss) und Isabella Rossellini (Schauspielerin) sind wenn's hart auf hart kommt reichlich uninteressant – ist man ersterem unangenehm aufgefallen geht's ja schon ums nackte Überleben. So wie bei Shigeharu Shirai (Yakuza-Boss) auch wenn der nun einer ganz anderen Kultur angehört. :wink:
manniro hat geschrieben:Das bereits seit Längerem "gebastelte" Argument ist, daß "Menschenrassen" im biologischen Begriffinventar nicht vorkommen. Darüberhinaus stehen Dir alle Gestaltungsmöglichkeiten offen. Zufrieden?
Ja, nur soll das ganze doch ein Argument gegen Rassismus sein. Und dieser entscheidende Schritt wurde hier in diesem Thread nur suggeriert, nie überzeugend dargelegt.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon manniro am Mo 26. Feb 2018, 08:45

Bergamotte hat geschrieben:
manniro hat geschrieben:Das bereits seit Längerem "gebastelte" Argument ist, daß "Menschenrassen" im biologischen Begriffinventar nicht vorkommen. Darüberhinaus stehen Dir alle Gestaltungsmöglichkeiten offen. Zufrieden?
Ja, nur soll das ganze doch ein Argument gegen Rassismus sein. Und dieser entscheidende Schritt wurde hier in diesem Thread nur suggeriert, nie überzeugend dargelegt.


Das Argument gegen Rassismus besteht darin, daß der Bedeutungsgehalt eines Lehnwortes aus veralteter biologischer Terminologie instrumentalisiert wird, um ihn als relativ unabänderbar behauptete Eigenschaften einer "Rasse" mit äußerlichen - oder sonstigen - Merkmalen zu verknüpfen.

Siehe dazu meine Anmerkungen auf Seite 2, Seite 3 und Seite 5 dieses Threads.

Kurz gesagt: Man kann sich nicht den originären Begriff einer bestimmten Wissenschaft "ausleihen" und ihn auf andere Sachverhalte übertragen, wenn diese Wissenschaft sich ihrerseits bereits von dem damit ursprünglich verknüpften Bedeutungsgehalt verabschiedet hat. Dann muß man ihn wenigstens neu definieren und von der Lehnbedeutung abgrenzen. Und dann bleibt von "Rasse" wohl nicht mehr viel übrig.

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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Bergamotte am Mo 26. Feb 2018, 12:32

manniro hat geschrieben:
Das Argument gegen Rassismus besteht darin, daß der Bedeutungsgehalt eines Lehnwortes aus veralteter biologischer Terminologie instrumentalisiert wird, um ihn als relativ unabänderbar behauptete Eigenschaften einer "Rasse" mit äußerlichen - oder sonstigen - Merkmalen zu verknüpfen.

Siehe dazu meine Anmerkungen auf Seite 2, Seite 3 und Seite 5 dieses Threads.

Kurz gesagt: Man kann sich nicht den originären Begriff einer bestimmten Wissenschaft "ausleihen" und ihn auf andere Sachverhalte übertragen, wenn diese Wissenschaft sich ihrerseits bereits von dem damit ursprünglich verknüpften Bedeutungsgehalt verabschiedet hat. Dann muß man ihn wenigstens neu definieren und von der Lehnbedeutung abgrenzen.
Versuch mal zu erklären, was die Aussage “Die Sonne dreht sich nicht um die Erde, sondern die Erde dreht sich um die Sonne” eigentlich bedeutet, ohne auf Begriffe zurückzugreifen, die die Physik schon lange überwunden hat (Hint: “absoluter Raum”).

Also: auf anderen Gebieten kümmert sich niemand um dein Prinzip; hier ist man halt so streng wegen der politischen Aufgeladenheit des Themas.
manniro hat geschrieben:Und dann bleibt von "Rasse" wohl nicht mehr viel übrig.
Vielleicht – das ausdiskutieren davon macht aber wenig Sinn, denn am Ende ist das nicht wirklich interessant. Wenn James Watson eine Melanin-Libido-Korrelation postuliert ist ja auch nicht alles in Butter weil “Rassen kommen nicht vor :arrow: nicht rassistisch”. Und wenn der KKK Grand Wizard von Klinen, Ökotypen und Genclustern statt von Rassen redet dann hat sich auch nichts wirklich wesentlich geändert.
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