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Rassenbegriff und Rassismus

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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon idefix2 am Mi 31. Jan 2018, 02:46

Nur dass es bei der Rassismus-Diskussion nicht um derartige Feststellungen geht.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Nergal am Mi 31. Jan 2018, 20:55

Hm, nun wie gesagt, wenn wir ehrlich sind ist es auch Wurscht wenn wir über Intelligenz reden.
Auch wenn der Begriff Rassismus immer wieder mehr und mehr ausgeweitet wird um Kultur und Religion mit einzuschließen so geht es nur darum dass ein Rassist Jemand ist der Jemanden mit anderer Hautfarbe (von mir aus auch Herkunft) eben wegen dieser benachteiligt. Selbst wenn ich eindeutig feststellen sollte dass Menschen mit schwarzer Hautfarbe im Durchschnitt weniger intelligent sind, so ist dies kein Rassismus wenn ich nicht z.B. sage dass Schwarze keine Hochschulen besuchen dürfen, also ich nicht das Individuum betrachte sondern von der Masse auf dieses schließe.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon idefix2 am Mi 31. Jan 2018, 22:51

Nergal hat geschrieben: Selbst wenn ich eindeutig feststellen sollte dass Menschen mit schwarzer Hautfarbe im Durchschnitt weniger intelligent sind, so ist dies kein Rassismus

Es ist Rassismus, am laufenden Band trotz gegenteiliger wissenschaftlicher Evidenz derartige Unterstellungen in den Raum zu stellen, anzudeuten, zu ventilieren.
Es ist völlig uninteressant, darüber zu spekuieren, was wäre, wenn du eindeutig feststellen würdest, dass die Erde flach ist. DIE ERDE IST NICHT FLACH, WARUM KAPIERST DU DAS NICHT ENDLICH?
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Nergal am Do 1. Feb 2018, 01:05

Das war ein gutes Beispiel, weil es so beliebt ist und Leute zu triggern scheint (auch Dich), zumindest stärker als die weiter akzeptierte Idee das Weiße einen Hang zur Ausbeutung, Unterdrückung und dem Führen von Kriegen haben.

Nochmal, selbst wenn etwas negatives bei Forschung herauskommt, egal aus welchem Bereich, sei das nun (weniger triggerndes wie) dass Männer weniger soziale Stärken haben, Frauen schlecht räumlich denken können, oder das Asiaten schlechte Autofahrer sind, wenn es so ist dann ist es nicht sexistisch, rassistisch oder sonst irgendetwas sondern einfach nur so, auch wenn es früher mal Mythen mit gleichem Inhalt gegeben hat.
Wir haben heute in vielen Bereichen das Problem das bestimmte Erkenntnisse nicht angesprochen werden dürfen, zB dass Frauen und Männer sich auch ohne geschlechtsspezifische Erziehung unterschiedlich benehmen( was am Ende aber keinen Unterschied macht wenn ich Frauen nicht auftrage sich anstelle von Mikroskop&Petrischale mit Heim&Herd zu befassen), oder das Homosexuelle ein bei weitem höheres Risiko haben sich AIDS zu holen.

MM darf man von der Masse nicht auf das Individuum schließen (ausgenommen natürlich es geht um ein Gruppe die einer Ideologie folgt, dh wenn sich Jemand als Christ bezeichnet darf ich davon ausgehen dass dieser daran glaubt dass Jesus der Sohn Gottes ist) und wenn man das tut ist es gut. Und ich denke auch dass wir so etwas heute nicht machen.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Der böse Wolf am Do 1. Feb 2018, 06:52

Nergal hat geschrieben:Wir haben heute in vielen Bereichen das Problem das bestimmte Erkenntnisse nicht angesprochen werden dürfen

Ja, jetzt kommen wir doch dem eigentlichen Problem näher.
Ich würde nicht behaupten, dass es in unserem Land Dinge gibt, die nicht an- oder ausgesprochen werden dürfen.
Aber es gibt sicher Dinge, die aus der Sicht einzelner Interessengruppen nicht öffentlich thematisiert werden sollten. Und je nachdem, wie groß und/oder einflussreich diese Interessengruppen sind, entsteht hin und wieder der Eindruck eines Verbots.
Und wenn dann eigene Überzeugungen in bestimmten Fragen dem widersprechen, was als Mainstream oder allgemein vorherrschender Konsens gilt, dann ist man als "Abweichler" natürlich nie sicher, ob die eigene Position nur gegen die Political Correctness verstößt oder schlicht und einfach falsch ist.

Wenn bei wissenschaftlichen Untersuchungen herauskäme, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe nachweisbar und unbestreitbar über geringere kognitive oder intellektuelle Fähigkeiten verfügen, dann würde man untersuchen müssen, woran das liegt, denn an der Struktur der Haut kann es eindeutig nicht liegen. Käme man dabei zu dem Ergebnis, dass Erbfaktoren dabei eine Rolle spielen, dann müsste man alles, was man bislang über Menschen und Rassen weiß, revidieren. Dann wäre Rassismus trotzdem noch kein zwingendes, aber zumindest ein rational begründbares Element einer Weltanschauung.
Das ist aber alles (und nach heutigem Kenntnisstand auch nachweislich) nicht der Fall.
Daher würde ich Idefix absolut zustimmen, wenn er sagt, dass eine beispielhafte Erörterung allgemeiner Verhaltensweisen auf der Basis der Rassismus-Diskussion genau so sinnlos ist, wie auf der Basis der Annahme, dass die Erde flach sei.

Nergal hat geschrieben:zB dass Frauen und Männer sich auch ohne geschlechtsspezifische Erziehung unterschiedlich benehmen (was am Ende aber keinen Unterschied macht wenn ich Frauen nicht auftrage sich anstelle von Mikroskop & Petrischale mit Heim & Herd zu befassen), oder das Homosexuelle ein bei weitem höheres Risiko haben sich AIDS zu holen.

Und das sollen Beispiele für "verbotene" Erkenntnisse sein?
Darüber werden alle Jahre Dutzende von Büchern geschrieben!

Nergal hat geschrieben:MM darf man von der Masse nicht auf das Individuum schließen

Exakt! Man darf aber von Gruppen mit erkennbarer Struktur auf Teilgruppen mit gleicher oder ähnlicher Struktur schließen.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon manniro am Do 1. Feb 2018, 09:34

Der böse Wolf hat geschrieben:Wenn bei wissenschaftlichen Untersuchungen herauskäme, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe nachweisbar und unbestreitbar über geringere kognitive oder intellektuelle Fähigkeiten verfügen, dann würde man untersuchen müssen, woran das liegt, denn an der Struktur der Haut kann es eindeutig nicht liegen.


Aus der Sicht ideologisch geprägten Begriffsinventars fiele jemand, der eine derartige Untersuchung auch nur beabsichtigen würde, bereits unter das "Rassismus"-Verdikt. Welche Auffassung man kurioserweise wiederum in die Nähe einer "Verschwörungstheorie" rücken könnte, wenn man die Untersuchung in "Korrelationen zwischen Hautpigmentierung und cerebralen Funktionen" umbenennen würde. :lol: :wink:

Gerade deshalb ist es wichtig, wissenschaftliche Begrifflichkeiten so ideologiefrei wie möglich zu halten. Aber diese Kontaminierung wird gewöhnlich sowieso nur dann relevant, wenn Forschungsergebnisse in Alltagssprache dargestellt werden.

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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Nergal am Sa 3. Feb 2018, 03:54

Und das sollen Beispiele für "verbotene" Erkenntnisse sein?
Darüber werden alle Jahre Dutzende von Büchern geschrieben!


Nein, nicht wirklich.
Es werden Bücher geschrieben wie "Warum Männer lügen und Frauen ständig Schuhe kaufen", wenn reale Unterschiede angesprochen werden die sich nicht so gut auswirken, dann zumeist so dass Frauen gut dastehen, und Männer schlecht, denn Männer können das ab. Ebenso verhält es sich mit dem Fremden und dem Eigenen. In Westeuropa, und überall sonst in den Industrieländern, mit Ausnahme von Asien und Osteuropa, existiert ein Hass auf das Eigene und eine Verehrung des Fremden. Dabei duldet man beim Fremden alle möglichen destruktiven, pathologischen Eigenschaften die man beim Eigenen, also der eigenen Kultur, längst ausgetilgt hat und niemals auch nur eine Sekunde lang erlauben würde.
Das Alles hat mit diesem gestörten Verhältnis zur Geschichte zu tun, also dass der böse weiße Mann eigentlich als einziger Schuld ist an all dem Übel der Welt, dass Industrialisierung, Wissenschaft und Technik eine Vergewaltigung der Natur sind und wir andernfalls Alle im Paradies leben würden. Also eigentlich eine rassistische und sexistische Haltung die dazu noch technikfeindlich ist.

btw.: Hier ein Link zu einem Artikel der Richard Dawkins Stiftung welcher meiner Position zum vorher besprochenen Thema ähnelt.
https://de.richarddawkins.net/articles/rassismus

Wenn bei wissenschaftlichen Untersuchungen herauskäme, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe nachweisbar und unbestreitbar über geringere kognitive oder intellektuelle Fähigkeiten verfügen, dann würde man untersuchen müssen, woran das liegt, denn an der Struktur der Haut kann es eindeutig nicht liegen.


Das hat nun nichts mit dem Thema Intelligenz und Menschen zu tun aber ich wollte einbringen dass sich mentale Zustände bei Säugern durchaus nach Außen schlagen können, und unser wissen hier nicht unbedingt vollständig ist. So hat man bei Katzen, Hunden, Füchsen herausgefunden hat dass man Aggressivität an der Fellfarbe erkennen kann. Nun nicht deshalb weil die Fellfarbe über Aggressionspotenzial entscheidet sondern umgekehrt. Interessant wäre es zu wissen ob das irgendwie mit unserem Eingreifen zu tun hat, denn die Füchse waren auch domestiziert.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Der böse Wolf am Sa 3. Feb 2018, 11:51

Nergal hat geschrieben:Nein, nicht wirklich.
Es werden Bücher geschrieben wie "Warum Männer lügen und Frauen ständig Schuhe kaufen", wenn reale Unterschiede angesprochen werden die sich nicht so gut auswirken, dann zumeist so dass Frauen gut dastehen, und Männer schlecht, denn Männer können das ab.

Männer können das möglicherweise deshalb besser ab, weil sie sich in einer Position der Überlegenheit sehen, die sie in vielen Bereichen auch tatsächlich haben. Gäbe es geschlechtsspezifische Benachteiligungen von Männern in demselben Umfang, wie es Benachteiligungen von Frauen gibt, dann wäre das Verspotten männlicher Schwächen ganz sicher genau so politisch korrekt, wie die Beleidigung des Propheten!

Nergal hat geschrieben:Ebenso verhält es sich mit dem Fremden und dem Eigenen. In Westeuropa, und überall sonst in den Industrieländern, mit Ausnahme von Asien und Osteuropa, existiert ein Hass auf das Eigene und eine Verehrung des Fremden.

Das kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Es gibt sicher große gesellschaftliche Gruppen, für die das zutrifft. Einen dahingehenden auch nur ansatzweise mehrheitlichen Konsens kann ich aber nicht erkennen.
Dann hätten nämlich zum Beispiel in Deutschland Linke, Grüne und der linke SPD-Flügel zusammen eine regierungsfähige Mehrheit und keine mageren 30%.

Nergal hat geschrieben:Dabei duldet man beim Fremden alle möglichen destruktiven, pathologischen Eigenschaften die man beim Eigenen, also der eigenen Kultur, längst ausgetilgt hat und niemals auch nur eine Sekunde lang erlauben würde.

Man ist zumindest sehr nachsichtig. Aber das hat weniger mit der Liebe zum Fremden zu tun, als mit der Liebe zum sozialen Frieden und dem eigenen Wohlstand. Unsere Wirtschaft ist von billigen fremdländischen Arbeitskräften inzwischen so flächendeckend abhängig, dass wir gar nicht mehr anders können, als sie weitgehend so hinzunehmen, wie sie nun mal sind und wie sie sein und bleiben wollen.

Nergal hat geschrieben:Das Alles hat mit diesem gestörten Verhältnis zur Geschichte zu tun, also dass der böse weiße Mann eigentlich als einziger Schuld ist an all dem Übel der Welt

Zumindest ist der "böse weiße Mann" einziger Nutznießer des meisten Übels auf der Welt.

Nergal hat geschrieben:dass Industrialisierung, Wissenschaft und Technik eine Vergewaltigung der Natur sind und wir andernfalls Alle im Paradies leben würden.

Wer sagt sowas - außer ein paar religiösen oder ökologischen Fundamentalisten?

Nergal hat geschrieben:ich wollte einbringen, dass sich mentale Zustände bei Säugern durchaus nach Außen schlagen können, und unser wissen hier nicht unbedingt vollständig ist. So hat man bei Katzen, Hunden, Füchsen herausgefunden hat dass man Aggressivität an der Fellfarbe erkennen kann.

Sorry, dazu kann ich nichts Sachdienliches beitragen.
Da muss Nasobem ran. Ist eindeutig sein Revier.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Nasobēm am Sa 3. Feb 2018, 12:37

Nergal hat geschrieben:
Und das sollen Beispiele für "verbotene" Erkenntnisse sein?
Darüber werden alle Jahre Dutzende von Büchern geschrieben!

Nein, nicht wirklich.

Richtig, Bücher werden nicht geschrieben, weil in der Forschung idR das Buch nicht die Form der Kommunikation ist. Es werden Papers in (peer-reviewed) Fachzeitschriften veröffentlicht - und das wird schon lange so gehandhabt.

Nergal hat geschrieben: In Westeuropa, und überall sonst in den Industrieländern, mit Ausnahme von Asien und Osteuropa, existiert ein Hass auf das Eigene und eine Verehrung des Fremden.

Das ist bullshit und lässt vermuten in welchen Kreisen du dich anscheinend rum treibst.

Nergal hat geschrieben:.. also dass der böse weiße Mann eigentlich als einziger Schuld ist an all dem Übel der Welt, ...

solch undiffernzierten Meinungen sind 'Schuld' an dem "Übel' der Welt. Da ich mal davon ausgehen, dass du weiß und Mann bist... könnte das hier also sogar stimmen.

Nergal hat geschrieben:..dass Industrialisierung, Wissenschaft und Technik eine Vergewaltigung der Natur sind

Nun, zum Großteil stimmt das ja. Allerdings kann man auch hier wieder differnzieren und sagen: Der Umgang den wir mit Industrialisierung, Wissenschaft und Technik pflegen hat einen schwerwiegenden und tiefgreifenden Einfluss auf die Natur - in vielen Fällen nicht zu unserem eigenen Besten: Wasserverschmutzung, Luftverschmutzung, Ausbeutung der Böden und damit Förderung der Erosion...


zum einen ähnelt der Artikel nicht deiner Haltung, sondern sagt genau das was dir hier schon eine Weile lang fast alle Diskussionsteilnehmer sagen: Unterschiede sind nicht das Problem, aber aus den Unterschieden auf 'Rassen' beim Menschen schließen zu wollen ist falsch und fügt nichts an die (wissenschaftliche) Diskussion hinzu. Zumal der Begriff, besonders im deutschen Sprachraum sehr besetzt ist und der Gebrauch des Begriffs 'Rasse' nur Hinweis auf eine Geisteshaltung des Benutzers ist.

Wer das nicht verstehen kann ist ziemlich dumm und hat keinerlei geschichtliches Bewusstsein.

Nergal hat geschrieben:Das hat nun nichts mit dem Thema Intelligenz und Menschen zu tun aber ich wollte einbringen dass sich mentale Zustände bei Säugern durchaus nach Außen schlagen können, und unser wissen hier nicht unbedingt vollständig ist. So hat man bei Katzen, Hunden, Füchsen herausgefunden hat dass man Aggressivität an der Fellfarbe erkennen kann. Nun nicht deshalb weil die Fellfarbe über Aggressionspotenzial entscheidet sondern umgekehrt. Interessant wäre es zu wissen ob das irgendwie mit unserem Eingreifen zu tun hat, denn die Füchse waren auch domestiziert.

Das hat man NICHT herausgefunden.
Es gibt eine sehr schlecht durchgeführte Studie aus den USA die behauptet, rote, weibliche Hauskatzen wären aggressiver als Katzen mit anderer Fellfarbe. Die Daten wurden mit (verschickten) Fragebogen erhoben wovon die überwiegende Anzahl von Frauen ausgefüllt wurden. Die Ergebnisse waren dazu noch ziemlich undeutlich. Ich hatte selbst schon rote Katzen und kenne auch einige - die sind weit von 'aggressiv', eine davon rennt sogar vor Mäusen weg.

Ansonsten wurden Fellfarbveränderungen bei der Domestikation beobachtet - ebenso wie Schlappohren. Das ist allerdings eine Begleiterscheinung und kein ursächlicher Zusammenhang. So ist z.B. ein weißer Pudel nicht aggressiver oder weniger aggressiv als ein schwarzer.
Aggression hat so viele Variablen, wovon eine vielleicht/wahrscheinlich auch eine genetische ist und wenn, dann sicher nicht monogenetisch. So ist Aggression noch nicht mal bei sog. Kampfhunden Rassetypisch.

Eines deiner Probleme ist, dass du wissenschaftliche Ergebnisse immer nur so interpretierst wie sie in dein Weltbild passen.

Der böse Wolf hat geschrieben:Wenn bei wissenschaftlichen Untersuchungen herauskäme, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe nachweisbar und unbestreitbar über geringere kognitive oder intellektuelle Fähigkeiten verfügen, dann würde man untersuchen müssen, woran das liegt, denn an der Struktur der Haut kann es eindeutig nicht liegen. ...

Es gibt solche Studien. Die Ergebnisse gingen genau in die Richtung. Hier gibt es aber etliche, grundsätzliche Probleme.
Das imo an erster Stelle stehende Problem ist der Begriff 'Intelligenz' als solcher. Es gibt, unbestritten, Unterschiede bei den kognitiven Fähigkeiten von Personen. Nur - was bedeutet das? Allg. wird ein hoher Intelligenzquotient bewundert - und ist gewollt. Eltern werden kaum sagen: 'bisschen dumm mein Sohn, aber sehr lieb.' Aber wie oft hört man 'Sohn ist sowas von faul, aber doch soooo intelligent!'
Um sein Leben gut, erfolgreich, zufrieden und vielleicht sogar glücklich zu leben ist gehört mehr als ein hoher IQ

Dann wurden alle 'Intelligenz-Tests' für den westlichen Kulturkreis entworfen. Kulturelle Einflüsse bestimmen aber von Anfang an die Weltsicht, die Problemeinschätzung und -verarbeitung. So gibt es z.B. bei einer Gruppe Afrikaner das Konzept des 'rechten Winkels' nicht, da ein solcher in ihrer Welt gar nicht vorkommt. Sind sie deswegen weniger intelligent?

Und last but not least - Intelligenz ist nur zum Teil angeboren, ein wichtiger Teil ist auch Förderung und soziale Stellung.
Jeder den den Versuch 'Blue eye' kennt, vielleicht mal mitgemacht hat weiß das.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Oblomov am So 4. Feb 2018, 10:24

Okay, wir haben jetzt zweifelsfrei festgestellt, dass der Rassismus sich nicht auf die Biologie berufen kann, da es biologisch keine Grundlagen für so etwas wie Rasse gibt. Check.

Was aber, wenn der Rassismus nur eine Sonderform der generellen Abwertung des Fremden ist (Xenophobie)?
Ich würde schon die These wagen, dass alle sozialen Lebewesen, bei denen das Soziale über Formen wie Schwärme oder Herden hinausgeht, auch Formen von Xenophobie zeigen.
Wäre dann die Abweisung des Fremden die mehr oder weniger notwendige Kehrseite komplexer Sozialität ?,
Denn Horden, Gruppen, Gesellschaften können nicht anders, als zwischen Drinnen und Draußen, zwischen Eigen und fremd zu unterscheiden, und diese Unterscheidung an Merkmalen festmachen. Die Hautfarbe wäre dann eine solche Unterscheidung, die der Innengruppe signalisiert: Achtung, der gehört nicht zu uns! Dem muss man mit besonderer Vorsicht gegenüber treten.
Und Rassismus wäre dann ein "Überschießen" dieser Vorsicht?
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Der böse Wolf am So 4. Feb 2018, 17:04

Oblomov hat geschrieben:Was aber, wenn der Rassismus nur eine Sonderform der generellen Abwertung des Fremden ist (Xenophobie)?

Ich würde sogar sagen, dass Rassismus umgangssprachlich geradezu zu einem Synomym für Xenophobie geworden ist. Wer aufmerksam die Nachrichten verfolgt, wird bemerken, dass man heute Verhaltensformen "rassistisch" nennt, bei denen nicht mal ansatzweise eine Beziehung zu dem biologischen oder pseudobiologischen Begriff "Rasse" zu erkennen ist.

Oblomov hat geschrieben:Ich würde schon die These wagen, dass alle sozialen Lebewesen, bei denen das Soziale über Formen wie Schwärme oder Herden hinausgeht, auch Formen von Xenophobie zeigen.
Wäre dann die Abweisung des Fremden die mehr oder weniger notwendige Kehrseite komplexer Sozialität ?,

Hmm ... schwer zu sagen. Also bei Tieren, die nicht über die Fähigkeit der Selbstreflexion verfügen, die ihre Verhaltensweisen nicht bewusst steuern und auch nicht bewusst modifizieren können, ist das vielleicht so.
Da braucht es so eine Programmroutine, die automatisch läuft.
Bei uns Menschen ist das aber vermutlich nicht mehr nötig, denn wir können differenzieren: Der/die passt in unsere Gruppe und bereichert sie und der/die gefährdet den Bestand.
Es ist ja auch gar nicht so, dass Migrationskritiker grundsätzlich fremdenfeindlich wären.
Keine Sau regt sich darüber auf, wenn Menschen aus Nord- und Südamerika, aus anderen Ländern Europas, aus Australien oder Japan nach Deutschland kommen und hier völlig gleichberechtigt leben und arbeiten. Das Einzige, was viele hier ablehnen, ist der Import orientalischer Kultur-Elemente.
Und wer das offen zugibt, ist in den Augen der Verteidiger der orientalischen Kultur eben ein Rassist.
In diesem Sinne bin ich ein leidenschaftlicher Rassist! :wink:
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Nergal am Mo 5. Feb 2018, 02:24

Auf Nasobems Text muß ich noch genauer antworten aber nicht jetzt (2:19) und heute, ich will nur schreiben dass:

Dann wurden alle 'Intelligenz-Tests' für den westlichen Kulturkreis entworfen. Kulturelle Einflüsse bestimmen aber von Anfang an die Weltsicht, die Problemeinschätzung und -verarbeitung. So gibt es z.B. bei einer Gruppe Afrikaner das Konzept des 'rechten Winkels' nicht, da ein solcher in ihrer Welt gar nicht vorkommt. Sind sie deswegen weniger intelligent?


man das hier nicht gelten lassen kann.
Denn in so einem Fall würden die Ostasiaten nicht 5-10 Punkte über dem der Europäer liegen.
Zudem gilt auch nicht das es zB ein kulturspezifisches herangehen zu schlechten Ergebnissen führt weil zB Jemand aus besonderer Gründlichkeit an einer einzigen Frage hängen bleibt. Diese Tests werden heute ausführlich erklärt und nicht wie irgendwann früher vor die Probanden geknallt.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Oblomov am Mo 5. Feb 2018, 10:58

Der böse Wolf hat geschrieben:Ich würde sogar sagen, dass Rassismus umgangssprachlich geradezu zu einem Synomym für Xenophobie geworden ist. Wer aufmerksam die Nachrichten verfolgt, wird bemerken, dass man heute Verhaltensformen "rassistisch" nennt, bei denen nicht mal ansatzweise eine Beziehung zu dem biologischen oder pseudobiologischen Begriff "Rasse" zu erkennen ist.


So ist es.
Im Eintrag "Rassismus" der Wikipedia, um den sicherlich intensiv hinter den Kulissen gekämpft wurde, steht:
"Dabei betrachten Rassisten alle Menschen, die ihren eigenen Merkmalen möglichst ähnlich sind, grundsätzlich als höherwertig, während alle anderen (oftmals abgestuft) als geringerwertig diskriminiert werden."

Das heißt verkürzt: Mir/uns ähnlich = gut versus Mir/uns unähnlich = nicht so gut/wertvoll.

Diese Differenzierung praktiziert auf der intuitiven Ebene jeder Mensch, weshalb wir "tief drin" alle Rassisten sind.
Wieviele "Naturvölker" nennen die eigene Gruppe schlicht "die Menschen" ("Inuit" bedeutet das), was im Umkehrschluss bedeutet, dass die Anderen keine Menschen sind, zumindest keine echten, vollwertigen.

Wobei ich nicht verstehe, was daran prinzipiell falsch sein soll, die eigene Gruppe zu bevorzugen. Natürlich ist es auf jeden Fall...
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Nasobēm am Mo 5. Feb 2018, 12:15

Nergal hat geschrieben:man das hier nicht gelten lassen kann....
... Ostasiaten ....

doch kann man gelten lassen. Zum einen hat es was mit der Erziehung zu tun. Z.B. gilt in S-Korea die Ansicht: Gut in Mathe ist, wer viel übt. Im Westlichen Kulturkreis: Gut in Mathe ist der eine Begabung dafür hat.
Im asiatischen Kulturkreis wird schon seit längerer Zeit versucht zum westlichen Bildungsstandard aufzuschließen.

Das gilt ebenso für Afrika: so kann z.B. in Kenia, wo die Industrialisierung ansteigt und sich eine moderne Gesellschaft herausbildet kann ein Anstieg des Durchschnitts-IQ um ca. einen Punkt pro Jahr beobachtet werden.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon idefix2 am Mo 5. Feb 2018, 15:01

Oblomov hat geschrieben:Diese Differenzierung praktiziert auf der intuitiven Ebene jeder Mensch

Du solltest nicht von dir auf "jeden Mensch" schliessen. Deine Behauptung ist falsch.

Oblomov hat geschrieben:Wieviele "Naturvölker" nennen die eigene Gruppe schlicht "die Menschen" ("Inuit" bedeutet das), was im Umkehrschluss bedeutet, dass die Anderen keine Menschen sind, zumindest keine echten, vollwertigen.

Das ist eine kühne Interpretation. Wenn eine Gruppe nur "die eigene Gruppe" als "Menschen" bezeichnet, dann liegt ein offenkundiger Übersetzungsfehler vor :D

Oblomov hat geschrieben:Wobei ich nicht verstehe, was daran prinzipiell falsch sein soll, die eigene Gruppe zu bevorzugen.

Es ist ein mögliches, "natürliches" menschliches Verhalten. Wobei auch das Engegengesetzte (ganz besonderes Entgegenkommen Fremden gegenüber) auch ein mögliches, "natürliches" menschliches Verhalten ist, das ebenfalls vorkommt.
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