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Die wundersame Welt der politischen Sprachregelungen

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Die wundersame Welt der politischen Sprachregelungen

Beitragvon manniro am Sa 6. Jan 2018, 11:04

Wie im ARD-Teletext zu erfahren ist, hat die Union einen Antragsentwurf gegen "Judenhass" verfasst.

Bemerkenswert ist, daß "Flüchtlinge" darin zwanglos zu "Zuwanderern" mutieren. Und zwar offenbar ebenso pauschal, wie seit ca. 2 Jahren alle "Zuwanderer" als "Flüchtlinge" galten, was ich x-mal bemängelt habe. Wenn es um "importierten Judenhass" (Fraktionsvize Harbarth) geht, hört der Spaß offensichtlich auf, da schlägt die "historische Schuld" alle guten Vorsätze und der "Fremde" erscheint plötzlich wieder "fremd" und nicht mehr als die traumatisierte Inkarnation des Guten schlechthin.

Merke: Wenn das Feindbild stimmt, ist alles erlaubt. Zumindest darüber scheint bei Allen Einigkeit zu herrschen.

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Re: Die wundersame Welt der politischen Sprachregelungen

Beitragvon Rolo am Do 11. Jan 2018, 10:04

Tja, „wenn das Feindbild stimmt“, kann sich wer auch immer selbst „abschaffen“, pardon… sich selbst zensieren: :roll: :lol:

bild hat geschrieben:Der Protest gegen das Netzdurchsetzungsgesetz von Justizminister Heiko Maas (51, SPD) ebbt nicht ab. Jetzt gibt es offenbar ein sehr prominentes Opfer: Maas selbst.

Auf Twitter sorgt ein sieben Jahre alter Tweet von Heiko Maas für Wirbel: 2010 hatte der SPD-Politiker Ex-Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin („Deutschland schafft sich ab“) auf Twitter als „Idiot“ bezeichnet.

Zitat: „Beim Besuch der islamischen Gemeinde Saarbrücken ist mir gerade wieder klar geworden was für ein Idiot Sarazin ist.“

http://www.bild.de/politik/inland/heiko ... .bild.html
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpoli ... 86747.html
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Re: Die wundersame Welt der politischen Sprachregelungen

Beitragvon manniro am Do 11. Jan 2018, 11:37

Das passiert eben, wenn "Intelektuell-Anders-Begabte" in wichtige Positionen gelangen.

Allein schon der Terminus "offensichtlich rechtswidrige Inhalte" im "Netzwerkdurchsetzungsgesetz" spricht Bände. Da hätten Maas und seine Abteilung besser vorher mal einen fitten Anwalt konsultiert und gefragt, welche Inhalte denn "offensichtlich" rechtswidrig sind und wie man "Hass" zuverlässig diagnostiziert. Der hätte sich vermutlich schlapp gelacht.

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Re: Die wundersame Welt der politischen Sprachregelungen

Beitragvon Nergal am Di 23. Jan 2018, 16:18

Ich fürchte das gilt nicht wirklich, denn das was man den muslimischen Antisemiten (redundantes Wortkonstrukt !?) durchgehen lässt ist weit schlimmer als das was man zB bei chinesischen Touristen die hitlergrussartige Gesten machen, unmittelbar ahndet.
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Re: Die wundersame Welt der politischen Sprachregelungen

Beitragvon manniro am Mi 24. Jan 2018, 11:31

Ich wäre auf die politisch-korrekte Sprachregelung gespannt, wenn sich Rasse- und Religions-Faschisten einmal zu einer gemeinsamen "Judenhass"-Demo vereinigen würden. Dann müßte ja der "autochthone" vom "importierten" Judenhass irgendwie geschieden werden. Der Letztere wäre vermutlich weniger schlimm, weil Aspekt "kultureller Vielfalt"...

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Re: Die wundersame Welt der politischen Sprachregelungen

Beitragvon Der böse Wolf am Mi 24. Jan 2018, 21:19

Schwer zu sagen, aber rein gefühlsmäßig würde ich annehmen, dass "unsere autochthonen" Judenhasser doch dann eher eine Groko mit "unseren Juden" anstreben. Ein Bündnis mit den dunklen Mächten des Orients wäre wohl kaum mehrheitsfähig.
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Re: Die wundersame Welt der politischen Sprachregelungen

Beitragvon manniro am Do 25. Jan 2018, 12:00

Das beträfe den faktischen Aspekt, wäre auch spannend.

Mich würde allerdings mehr interessieren, was passiert, wenn unvereinbare ideologische Sprachregelungen in der Realität kollidieren. Ob dann unter Umständen aus "zwei Lügen" die "Wahrheit" resultiert? :lol:

Das fand ich in damals schon spannend, als sich gewisse Gruppierungen plötzlich genötigt sahen, einen Steinzeit-Patriarchalismus unter "kulturelle Vielfalt" zu euphemisieren, nachdem sie zuvor jahrzenhntelang larmoyant gegen einen behaupteten "Machismo" zu Felde gezogen waren, der sich vor allem in Goldkettchen, "Nicht-Weinen-Können" und mangelnder Beteiligung an der Aufzucht des Nachwuchses äußerte. :lol:

Ja, es dürfte wahrlich nicht leicht sein, Claudia Roth zu heißen, wie soll man das nur alles unter einen Hut bringen....? :lol:

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Re: Die wundersame Welt der politischen Sprachregelungen

Beitragvon Nergal am Fr 26. Jan 2018, 02:48

Man kann es unter einen Hut bringen wenn man selbst, und ein nicht unwesentlicher Teil der Stammwähler, derart verblendet (verblödet?) ist und es nicht mitbekommt.
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