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Der Iran, seine Nuklear-Ressourcen, Israel und die USA

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Der Iran, seine Nuklear-Ressourcen, Israel und die USA

Beitragvon Russells_Teekanne am Di 3. Mär 2015, 01:37

Netanjahu ist derzeit in den USA. Es gibt Differenzen zwischen Israel und den USA, da die USA offenbar einen Nuklear-Deal mit dem Iran abschließen wollen, was Netanjahu und Israel scharf kritisieren.

Obwohl ich tendenziell pro USA bin (bei allen Fehlern, die man begeht und begangen hat) und oft der Meinung bin, dass viele hirnloses und undifferenziertes USA-Bashing betreiben, finde ich die US-amerikanische Rolle in Bezug auf Atomwaffen äußerst fragwürdig. In diesem Punkt kommt der Anspruch, die Weltpolizei spielen zu wollen, wohl so ziemlich am stärksten hervor. Die USA wollen anderen - souveränen! - Staaten diktieren, ob und was sie mit ihren nuklearen Möglichkeiten zu tun und zu lassen haben. Das finde ich, aus ganz neutraler Perspektive, nicht in Ordnung. Einerseits eben wegen der grundsätzlichen Souveränität von Staaten, das einer der wichtigsten Grundsätze des internationalen Staatensystems ist, und andererseits, da die USA eben selbst eine Atommacht sind.

Natürlich ist mir bewusst, dass Atomwaffen in den Händen falscher Staaten fatal sein können. Auf der anderen Seite: Wer hat denn bisher tatsächlich Atombomben eingesetzt? Das waren doch die USA. Japan, war da nicht was? Zweimal sogar...

Weiterhin verstehe ich manchmal die Aufregung nicht. Gerade auch aus israelischer Sicht. Auf den ersten Blick betrachtet erscheinen die Ängste durchaus nicht ganz unrealistisch. Bei genauerem Hinsehen allerdings sehr wohl. Das fängt schon mit rein naturwissenschaftlichen Problemen an. Was passiert denn, wenn der Iran eine Atombombe auf Israel wirft? Die Distanz zwischen Israel und dem Iran ist ja nun nicht so groß. Damit kann der Iran sich sogar selbst böse schaden.

Außerdem bleiben unterm Strich die Erkenntnisse aus dem Kalten Krieg: Mutual assured destruction.

Letztendlich waren die Atombomben die Garanten für die Sicherheit zweier Nationen. Viele sagen, nicht zu Unrecht, dass die sowjetischen und US-amerikanischen Atombomben der einzige Grund dafür waren, wieso es nie zu einem richtigen Krieg kam und der "Krieg" eben "kalt" blieb.

Nur weil es jetzt andere - oder besser gesagt: mehr - Player gibt (USA, Russland, Pakistan, evtl. Iran, evtl. Nordkorea und noch einige andere), wird die Logik der MAD meiner Meinung nach nicht außer Kraft gesetzt.

Was würde denn realistischerweise passieren, würde der Iran eine Atombombe auf Israel werfen? Keinen Tag später wäre Teheran dem Erdboden gleichgemacht...

Und man sollte nicht vergessen: Die USA haben schon mal eine Atombombe geworfen - nein, zwei sogar. Sie werden es wieder tun, wenn sie müssen.

Wer auch immer auf dieser Welt zuerst eine Atombombe wirft, begeht damit Selbstmord.

Deshalb halte ich diese israelische Hysterie für nicht als stupiden (Macht-)Populismus. Ich glaube zwar nicht, dass das die grundsätzliche Allianz zu den USA zerstören wird, aber Israel spielt hier trotzdem meiner Meinung nach mit dem Feuer.

Netanjahu behält im Endeffekt den gleichen kompromisslosen machtpolitischen Kurse bei, den er auch gegenüber Palästina fährt. Und das ist irgendwie armselig.

Ich verabscheue den Islam als Ideologie und Islamisten. Aber Israel ist in vielerlei Hinsicht nicht viel besser.
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